Die Geschichte des Girokontos
Dienstag, 20. April 2010, 12:07 Uhr
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Über den genauen Beginn eines zahlungslosen Geldverkehrs wird noch gestritten. Bewiesen ist, dass bereits im Mittelalter mit Geldwechslern gearbeitet wurde, im 11. Jahrhundert gab es Gut- und Lastschriften. Aufgrund der mangelnden Kommunikationsmittel musste der Geldverkehr regional eingeschränkt werden. Im 14. Jahrhundert begann man mit schriftlichen Aufträgen, die die Reichweite einer Bank um einige Kilometer bis hin zu überregionalen Geschäften vergößerten.

Im Abendland begann man früher mit dem System der Verrechnungen. Als Bank fungierten Händler, die mit Konten arbeiteten. Es gab keinen festen Anlaufpunkt für die Kunden. Die Medici bereicherten als Kaufleute ganz Europa. Zu der Zeit wurde ein kontenmäßiger Verrechnungsstil immer etablierter, die dort unternommenen Aufzeichnungen ähneln schon stark dem heute aktuellen Girokonto. In Deutschland wurde 1619 die Hamburger Bank gegründet, die bereits mit zwei Währungen, eine zum Bestehen ausschließlich auf Papier, eine für den realen Geldverkehr, handelte. Zweihundert Jahre später gibt es in Hamburg mehrere Banken, die einen Kontoverkehr führen. Genutzt werden kann dieser aber ausschließlich von großen Hamburger Unternehmen. Erst durch die Gründung der Reichsbank im Jahre 1875 verbreitet sich das Girokonto dann schließlich deutschlandweit, ist aber immernoch nur für die wohlhabenderen Kreise zugänglich. Schließlich musste ein Mindestguthaben von 1000 Mark hinterlegt werden, um ein Konto zu nutzen. Die Deutsche Reichspost machte später Geldverkehr auch für den kleinen Mann möglich. Im Jahre 1908 stimmte der Reichstag dem Postscheckverkehr zu, der von allen Banken genutzt werden kann.

Trotzdem dauerte es noch gute 50 Jahre, bis das Girokonto tatsächlich auch genutzt wurde. Die Jahrzehnte davor wurde alles bar bezahlt, auch größere Summen wie die Miete, und die Unternehmen gaben wöchentlich Lohntüten mit dem Gehalt der Arbeiter heraus. Nach einiger Zeit forderten sie ihre Angestellten dazu auf, sich Konten einrichten zu lassen. Hieraus entstand die Blütezeit der Banken, die durch diesen Schritt das Privatkundengeschäft entdeckten.

1995 wurde dann der Beschluss erteilt, jedem Bürger ein Girokonto auf Guthabenbasis zugänglich zu machen. Bis heute blieb dies bestehen. Die meisten Banken erwarten aber immernoch einen regelmäßigen Geldeingang eines bestimmten Mindestsatzes oder veranschlagen Kontoführungsgebühren. Andere hingegen verlangen vom Kunden, ein gewisses Kapital bei der Bank einzulagern oder Anteile zu kaufen, um gebührenfrei das Girokonto führen zu können. Die Angebote diesbezüglich wechseln oft. Aber eins bleibt klar: Heutzutage ohne Girokonto durchs Leben zu gehen erscheint dem Normalbürger so fern wie ein Leben ohne Fernseher oder Internet.


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