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Vor kurzem hat die neue Allianz Bank offiziell die Pforten für ihre Kunden geöffnet. Dabei gab es aber allerhand Probleme und auch die Angebote können nicht restlos überzeugen.
350.000 Kunden konnte die Allianz Bank von der Dresdner Bank mitziehen – offensichtlich ein paar zu viele. Denn bei der Umstellung und der Einrichtung der neuen Konten kam es zu massiven Behinderungen, sodass viele Kunden teilweise tagelang nicht an ihr Geld herankamen. Diese ungünstigen Komplikationen steigern das Image eines Instituts nicht gerade ins unermessliche, was durch die in der Folge völlig überlasteten und machtlosen Service-Center auch nicht wieder ausgebügelt werden konnte. Den ersten Konditionstest bezüglich der effektiven Umstellung hat die Allianz Bank also schon einmal nicht bestanden. Wie viele Kunden letztendlich wirklich betroffen waren, ist nicht ganz klar – einige reden von zwei Prozent, andere von zwanzig – aber trotzdem stärken solche Service-Defizite doch die Hoffnung, dass dann wenigstens die Konditionen attraktiv sind. Das trifft bei der Allianz Bank aber ebenfalls nur eher begrenzt zu.
Keine Besonderheiten
Viele neue Anbieter versuchen, sich durch besondere Spezial-Angebote oder sonstige Unikate von ihren Konkurrenten abzuheben und sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Das erachtet die Allianz Bank offenbar kaum als nötig – sie hat ja auch den bekannten Namen als Markenzeichen.
Beim Service-Konto, also dem Girokonto, fällt lediglich der monatliche Mindesteingang von 650 Euro auf, durch den das Konto bei belegloser Kontoführung per Online-Banking kostenlos führbar ist. Viele andere Anbieter legen hier die Grenze bei rund der doppelten Summe – nicht wenige verlangen aber auch überhaupt keinen Mindesteingang. Das Angebot der Allianz Bank liegt also lediglich im normalen, akzeptablen Rahmen, woran auch die obligatorische kostenfreie EC-Karte nichts ändert.
Das Tagesgeld ist dagegen zu den derzeitigen Konditionen kaum noch erwähnenswert: 1,0% p.a. lautet das mickrige Angebot. Da sind keine großen Erträge möglich; bei anderen Instituten bekommt man auf das reguläre Girokonto teilweise genauso viel oder sogar mehr.
Im festverzinsten Anlagebereich fällt das Urteil insgesamt nur unwesentlich besser aus: 1,10% für 6 Monate, 1,3% für 12 Monate, 1,8% für 3 Jahre, 2,4% für 5 Jahre – nicht allzu viel. Bei den Spitzenreitern in diesem Bereich sind für fünfjährige Anlagen über 4 Prozent möglich. Des Weiteren wird erwartet, dass sich die Inflation und damit die Zinsen in weniger als zwei Jahren wieder drastisch erhöhen – daher ist langfristiges Festgeld ohnehin mit sehr viel Vorsicht zu genießen.
Bei unserem Konditionstest schleppt sich die Allianz Bank also am Ende nur mit letzter Kraft über die Ziellinie, und das mit einiger Verspätung. Es besteht sicherlich noch Handlungsbedarf, wenn das Ziel, jedes Jahr 100.000 neue Kunden zu gewinnen, verwirklicht werden soll.
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