Schuldenfalle Kreditkarte
Montag, 20. April 2009, 16:34 Uhr
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In Deutschland nimmt die Verbreitung sogenannter “Revolving”-Kreditkarten mit Abstotter-Funktion zu. Finanzexperten warnen jetzt in der Tageszeitung “Die Welt” vor den erheblichen Risiken dieser Karten.

Das System herkömmlicher Kreditkarten ist vergleichsweise einfach und übersichtlich: Der bezahlte Betrag wird entweder sofort oder am Ende des Monats aufsummiert abbezahlt. Ganz anders funktioniert das System der “echten” Kreditkarte: Hier müssen die aufgenommenen Schulden nicht sofort beglichen werden. Am Monatsende wird der nicht beglichene Teil auf ein Kreditkonto übertragen, wo die Schulden langfristig abgebaut werden sollen.

Saftige Zinsen

Auf diesem Konto vermehren sich der Schuldenbetrag jedoch oft viel schneller, als man es überblicken kann: Zinssätze von bis zu 20 Prozent sind durchaus möglich. In der “Welt” warnen Experten und Verbraucherschützer vor den unmittelbaren Folgen dieses Systems: “Die echte Kreditkarte kann gerade für Menschen, die sonst keinen Kredit mehr bekommen, eine große Falle sein.” Denn ab Sommer könnte die bisher nötige Bonitätsprüfung vor Aushändigung der Kreditkarte nicht mehr verpflichtend sein. Somit wäre die Revolving-Karte auf den ersten Blick eine attraktive Alternative für eigentlich zahlungsunfähige Konsumenten. Der durch die horrenden Zinsen angehäufte Schuldenberg könne aber dann nicht mehr abgebaut werden.

Experten durch Verbreitung beunruhigt

Die “echte” Kreditkarte konnte vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika in der Vergangenheit ihre zerstörerische Kraft entfalten. Durch die dort immer mehr auf Pump lebende Gesellschaft und die infolgedessen weit verbreitete “Revolving”-Methode wurden gerade in Zeiten der Krise viele Existenzen zerstört. Der Überblick über die eigenen Kosten und Schulden ging verloren und hatte in vielen Fällen den finanziellen Ruin zur Folge.
Trotz dieses negativen Vorbilds hat sich die “echte” Kreditkarte in Deutschland aber immer stärker durchgesetzt. Diese Entwicklung beunruhigt viele Finanzexperten, die den Kunden deutlich von der Abstotter-Methode abraten.


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